Jeder machte auf Elektro. Da diese Musikrichtung aber noch in den Kinderschuhen steckte, war ihrer Entwicklung keine Grenzen gesetzt. Die Bands Moby, Adamski,
Prodigy und Tricky führten sie an ihren Höhepunkt. Massive Attack war eine ihrer führenden Vertreter.
Aus dieser Strömung nabelte sich Anfang der Neunziger das Projekt Soul II Soul ab, eine Kreuzung aus HipHop und
Reggae. Ace of Base machte mit "All that she wants"
diesen Mix salonfähig. Die Cardigans kamen mit kessem Easy Lisening daher, die Stereo MC’s spielten HipHop plötzlich mit richtigen Instrumenten und Garbage
lieferte Rockmusik aus der Dose. Das Publikum bekam alles, was es wollte. Nur eine Richtung gab es nicht.
In Amerika hatte man eine andere Idee. Entstanden aus zwei Subkulturen etablierte sich hier der Grunge. Kurt Cobain mit der Band Nirvana stand ab sofort für die
wütenden Texte einer zukunftsscheuen, depressiven Generation: der Generation X. Und Seattle wurde ihre Hochburg. Cobain feierte man bald als den neuen Papst, der
auf alles eine Antwort hatte. Hatte er aber nicht. Cobain erschoss sich am 5.04.1994. NO FUTURE überall.
Im Rest der Welt machte indes ein anderes, viel lebendigeres Kraftpaket, auf sich aufmerksam. Alanis Morissette. Sie ahnte, was die Leute wirklich wollten und
woran es der Musik der Neunziger mangelte: an Melodik. Das Album „Jagged little pill“ wurde der meist verkaufte Erstling einer Künstlerin.
Wohin man hörte, es wurde mitgesungen, mitgepfiffen und mitgetanzt. Musik machte wieder fröhlich!